Menschen, die in einen Konflikte gehen, machen sich Mühe.
Das gilt privat, aber ganz besonders auch professionell.
Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen: Der Mensch, der mit seiner Führungskraft um der Sache willen in den Konflikt geht, investiert ins Unternehmen. Er steckt dafür sogar beim eigenen Sicherheitsbedürfnis zurück.
Der konfliktbereite Mensch erbringt die emotionale Arbeit, um in der Sache etwas zu verbessern. Wer sich und dem eigenen Team diese Kompetenz konstruktiv beibringen möchte, empfehle ich das Konzept des spannungsbasierten Arbeitens:
🔁 Wandel mit Anleitung
Spannungsbasiertes Arbeiten hilft, das Mindset aller Beteiligten so zu verändern, dass negative Gefühle als Signale nutzbar werden.
Es behandelt Konflikte nicht als individuelles Problem, sondern als relevantes Signal dafür, dass in der Organisation kleiner oder großer Adaptionsbedarf besteht.
Vier Erkenntnisse stehen im Zentrum:
⚡ Spannungen (also jedes schlechte Gefühl) zeigt Handlungsbedarf an.
⚡ Organisationen können Spannungen nicht selbst wahrnehmen (!)
⚡ Menschen fungieren als Sensoren von Organisationen, denn sie können Spannungen fühlen.
⚡ Wer Spannungen benennt, ermöglicht Veränderung – aber nur, wenn die nächsthöhere Rolle die Spannung in konstruktive Handlung übersetzt.
Die Erwartung, dass Menschen im Arbeitskontext emotionsfrei funktionieren sollen, stammt aus einer Zeit, in der Organisationen in stabileren Umfeldern agierten. Veränderung passierte so langsam, dass es genügte, wenn dem Management selbst relevante Veränderungen auffielen. Es blieb immer noch ausreichend Zeit, strukturelle Brüche schrittweise zu erkennen und zu beheben.
Heute ist das anders: Der Challenger von gestern schafft es kaum noch in die Reihe der Etablierten, bevor er bereits in der Irrelevanz versinkt.
Und in dieser Realität auf Speed sind Organisationen, die nicht gelernt haben, Spannungen als Veränderung zu adaptieren, schlicht zu langsam.
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