Vielleicht nicht genauso wie gedacht, aber bestenfalls zumindest eine Variante unseres Zielbilds. Um diesem Zielbild möglichst nahe zu kommen, lohnt es sich, in Szenarien zu denken.
Das Denken in Szenarien fällt Menschen, die strategiestark sind, leichter. Lernen kann es aber jede*r, denn es ist am Ende auch Übungssache.
Der erste Schritt ist, sich von der Idee eines langfristig gültigen Zielbilds freizumachen. Es gilt, nicht länger nur – wie das Kaninchen auf die Schlange – auf die KPIs zu starren. Wer nur kontrolliert, ob das Ziel erreicht wird, verpasst den Moment, die Strategie zu hinterfragen. Die Welt verändert sich schnell und vor allem ziemlich unvorhersehbar.
Ich hatte zum Beispiel überhaupt nicht auf meiner Bingo-Card, dass ausgerechnet AI die Nachfrage nach PR pushen wird 😄. Und an beiden Themen bin ich doch recht nah dran. Szenarien sind Varianten der möglichen Zukunft. Daraus lassen sich Potenziale und Gefahren für das eigene Geschäftsmodell ableiten.
Der Aufbau ist immer gleich:
- Marktanalyse: Was beeinflusst das eigene Geschäftsmodell? Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?
Achtung, Optimism Bias! Wir sind, bezogen auf die eigene Zukunft oder das eigene Unternehmen, unverhältnismäßig optimistisch. - Szenarienbau in Bildern und Zahlen: Wie funktioniert das Geschäftsmodell jetzt? An welchen Stellschrauben dreht die Marktentwicklung? Welche Szenarien ergeben sich potenziell für das Geschäftsmodell?
- Innovationsmodus: Welcher Faktor ist erfolgskritisch für dich? Was könnte passieren, das den Faktor schwächt oder gar zunichte macht? Was müsstest du tun, um selbst die nächste Generation dieses Faktors zu erfinden?
🔄 Repeat.
Ein Beispiel:
Agenturen stehen gerade vor grundlegenden Fragen:
*Wie sehen unsere Services und Produkte in 12 Monaten aus?
*Kann AI unsere Produktivität pro Kopf signifikant erhöhen?
*Wie bleiben Agenturen auch im Marktaufschwung nach der Rezession noch attraktive Arbeitgeber?
Allein diese drei Achsen prägen Zukunftsbilder, die mit der Gegenwart nicht mehr viel zu tun haben.
Wer in Szenarien denkt und regelmäßig die Marktentwicklung überprüft, erkennt, wenn sich entscheidende Faktoren anders entwickeln als geplant. Wer den eigenen Optimism Bias mit einem diversen Team abfedert, dessen Mitglieder zudem angstfrei und gut gelaunt die Wahrheit sagen, schaltet in Raketenmodus.
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