Erstanfragen von Unternehmen wie Agenturen umreißen deren Bedarf in der Regel nur ganz grob. Reale tiefe, detaillierte Daten zur Sache und den handelnden Personen bekomme ich oft erst im ersten Workshop. Zur Vorbereitung genau diesen Workshops wären aber oft schon Daten hilfreich. Um diese Huhn-Ei-Frage zu lösen, habe ich mir kürzlich ein kleines KI-Helferlein gebaut, dessen Ergebnisse mich so begeistert haben, dass er jetzt festes Teammitglied ist.

Außerdem ist endlich die Frage beantwortet: Ist KI nun kreativ, oder ist sie es nicht?

Mensch und Maschine als Team

Vorneweg: KI ist nicht in sich kreativ, sie denkt auch nicht wie ein Mensch, sie hat keine Gefühle und auch keine Intuition. Ganz oft sind neue Ideen aber gar nicht ganz neu, sondern erst einmal Bekanntes, das geschickt neu zusammengesetzt wurde. Im Workshop mit Menschen nutzen wir Brainstormings, um bekannte Datenpunkte in Kontexte zu setzen und daraus Lösungen abzuleiten. Einzelne Schritte davon können über KI-Einsatz prima simuliert werden. Inspiration ist auch, mehr als nur die eigene Perspektive zu sehen, wenn Daten sinnvoll durcheinander gewirbelt werden.

Mein KI-Helferlein wurde nun als Wirbel beauftragt: Es ist Facilitator und führt methodisch andere Rollen,  die fiktiv im Workshop als Inputgeber vertreten sind, durch einen festen Ablauf. Die fiktiven Vertreter beschreiben Probleme, challengen sich gegenseitig und priorisieren schließlich die vorgeschlagenen Ideen:

Der erste Durchlauf lieferte direkt ziemlich interessante Quick-Wins. Im Fall des Simulationsanlasses, einer PR-Agentur, die wissen wollte, wie sie schnell KI-Potenziale heben könnte: Automatisierung von Reporting, Unterstützung für Pitch-Vorbereitung, Lead-Scoring, Wissenssuche. Auch die strategischen Impulse waren einen zweiten Blick wert.

Wer regelmäßig kleine KI-Helferlein baut, ahnt: Das musste ich direkt breiter aufstellen. Das Prinzip war für so viele andere Fälle nutzbar!

Dekonstruktion: Die unterschätzte Kompetenz

Um einen statischen Assistenten einen flexiblen, mitdenkenden Sparringpartner für jede Gelegenheit zu verwandeln, geht es nun mit dem Skalpell an den Prompt.

Erster Schritt: Alle Bausteine identifizieren, die einen statischen in einen dynamischen Prompt verwandeln:

  • Ziel des Workshops
  • Rollen und Dynamiken
  • Phasen mit klaren Funktionen
  • Anforderungen und Output-Typen

Zweiter Schritt: Erwartungen für den Assistenten klar machen

  • Kreation der Phasen Input und Workshop-Simulation
  • Vorlagen ins Wissen des Assistenten, hier etwa: Briefing als Ergebnis des Input-Teils, Ergebnisvorlage für gleichbleibende Standards im Outputteil des automatisierten Workshopablaufs.

Jetzt gibt es einen Gesamtablauf, der alles abbildet, und der – eingesetzt in Custom GPT, Claude- oder Mistral-Projekten auch mit dem ganzen Team geteilt werden kann.

Dann kommt das Beste zusammen: Briefings von Menschen mit realen Bedarfen, mehr als nur die eine Perspektive des “echten” Facilitators in der Vorbereitung und die menschliche Bewertungskomptenz am Ende, welche der Ideen es verdient haben, im Workshop den ersten Gesprächsanlass zu liefern.

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