Kommunikation ist nur dann erfolgreich, wenn sie die Aufgaben der Organisationsentwicklung nicht mit übernehmen muss.

Zwischen einem formulierten Ziel und der operativen Umsetzung gibt es eine “planerische Schicht”, die umso spezifischer sein sollte, je mehr Menschen daran beteiligt sind. Diese planerische Schicht setzt sich aus expliziter, detaillierter Zielformulierung inklusive Messkriterien sowie notwendigen Strukturen und Prozessen zusammen.

Klingt umständlich?

Für die Verantwortlichen, die die planerische Schicht erarbeiten müssen, ist das definitiv zusätzlicher Aufwand. Für die vielen anderen im Team, die sich ohne planerische Schicht jede und jeder für sich ausdenken, wie sie von der Zielsetzung zum Ergebnis kommen, ist sie jedoch eine große Zeitersparnis.

Kommunikation informiert Transformation

Eindeutigkeit in der Wegbeschreibung verlagert die Denkarbeit von den vielen zu den wenigen. Aufwand und Mental Load in der Organisation sinken, wenn ganz eindeutig ist, wie gearbeitet wird.

Ein Beispiel:

Ein Unternehmen überarbeitet eine Regelung, wann und wie mit Partnerunternehmen künftig Verträge abgeschlossen werden dürfen. Die Regelung ist entsprechend komplex und umfassend, und Kommunikation wird gebeten, sie zu erklären.

Bei der Vorbereitung wird klar: Nur mit Kommunikation ist es hier nicht getan, da die neue Arbeitsweise – nur mit einem Ziel und erlaubten Handlungen – noch nicht eindeutig für die Umsetzung in der täglichen Arbeit beschrieben werden kann.

Es braucht noch eine Schleife, in der der Prozess final definiert wird. Anschließend kann Kommunikation die Neuerung zielgruppengerecht und eindeutig aufarbeiten.

Offene Rückfragen aus der Kommunikation sind ein Signal für offene Aufgaben in der Prozessarbeit.

In der Zusammenarbeit beider Diziplinen steckt ein großes Potenzial für agile Organisationsentwicklung: Kaum ein Projekt, Prozess oder Plan kann mehr vollständig am Reißbrett entwickelt werden – die Welt dreht sich zu schnell, um alle Einflussfaktoren vorherzusehen. Die Entwicklung von Veränderungskommunikation ist bestenfalls ein vorgelagerter, simulierter Praxistest, auf dessen Basis an wichtigen Stellen nachjustiert werden kann, bevor eine Veränderung live geht und im Team vermeidbare Aufwände produziert.

Wenn Organisationen überanstrengt wirken und gleichzeitig ihre Ziele nicht erreichen – die rechnerisch erreichbar sein könnten – lohnt es sich, den Zeitkiller “planerische Schicht” einmal genauer anzugucken.

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